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ALGENBEFALL AN PUTZFASSADEN
Was der Naturfreund als Vorbote pflanzlichen Lebens begrüßt sind für den Hausbesitzer unliebsame Störenfriede, die eine Fassade in eine fleckige, grüne Fläche verwandeln. Algen kommen überall auf der Erde vor. Aber nur wenige Vertreter dieser Spezies fühlen sich auch an Fassaden wohl. Wer sie vermeiden will, muß ihre Wachstumsbedingungen verstehen. Algen erzeugen die zu ihrem Wachstum nötigen Nährstoffe selbst. Aus dem Kohlendioxid der Luft oder des Wassers wird der Zellkohlenstoff einfach durch Photosynthese mit Licht gewonnen. Licht und Luft stehen überall zur Verfügung. Ausreichende Feuchtigkeit nicht überall. So kommt es, daß Algen an West- und Nordseiten am besten wachsen, da hier neben ausreichender Beleuchtung auch genügend Feuchtigkeit zur Verfügung steht und die Temperatur nicht für die Maximalwerte der Südseite erreicht. Neben diesen Faktoren beeinflussen natürlich Bäume und Sträucher in unmittelbarer Nähe wesentlich das Algenwachstum. Einerseits sorgen sie durch ihren Schatten für ein längeres Verweilen der Feuchtigkeit, andererseits werden die Algen, die sich immer auf diesen Pflanzen befinden, auf die Fassade übertragen. Das bedeutet natürlich auch: wer nur von Wasser, Licht und Luft lebt, braucht den Putz nicht anzugreifen, auf dem er lebt. So führen Algen auf mineralischen Untergründen nicht zu direkten Schäden. Allenfalls zu Sekundärschäden, dann nämlich, wenn sich auf den Algen Pilze ansiedeln, die von den Algen erzeugt werden. Nur die Pilze greifen die Fassade an.
WAS TUN ?
Alle Bäume und Sträucher der Umgebung zu vernichten wäre die falsche Reaktion. Erstens durch genügend große Dachüberstände und Spritzwassersockel die Durchfeuchtung durch Schlagregen zu reduzieren. Zweitens als Fassadenbeschichtungzum Beispiel einen Siliconharzanstrich zu wählen. Die Oberfläche ist zwar diffusionsfähig, läßt also Wasserdampf nach außen diffundieren, ist aber zugleich hydrophob, so daß Regenwasser nicht in den Putz eindringt, sondern an der Oberfläche bleibt, wo es auch rasch wieder abtrocknet. Womit den Algen schon wieder eine wichtige Lebensgrundlage entzogen ist. Wo hingegen die Wasseraufnahme höher ist als die Wasserdampfdurchlässigkeit von Putz oder Farbe, das Beschichtungsmaterial also mehr Wasser in flüssiger Form aufnimmt, als die Fassade in gasförmiger Form wieder abgibt, kommt es dauerhaft zu einer Durchfeuchtung der Fassade, wodurch das Risiko des Algenbefalls ansteigt.
IM FALLE EINES FALLES
Wenn es aber zum Beispiel aufgrund eines ungeeigneten Anstriches oder dauernder Beschattung durch Bäume zu Algenbefall gekommen ist, läßt sich dieser im Regelfall einfach sanieren. Reinigung der Fassade mittels Hochdruckreiniger. Dann wird die noch feuchte Fassade mit einer algiziden Lösung eingestrichen. Besser: man nutzt die Gelegenheit für einen Anstrich in neuer Farbe. Wenn die verwendeten Materialien algizid ausgerüstet sind schützt das unter normalen klimatischen Bedingungen zwischen fünf und sieben Jahre lang gegen Algenbefall. Algen sind ein Teil unseres Ökosystems, also ein Teil der Natur, mit der wir leben müssen. Und nicht ein Schaden, der zu bekämpfen ist. Algenbewuchs läßt sich nicht vermeiden, nur verzögern! Aber er ist natürlich ein guter Anlaß zu einem baulichen Tapetenwechsel.
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